es treten ganz andere Umstände ein.........

Schwanger werden 

Wenn ein Paar sich ein Baby wünscht, stellt das in der Regel kein Problem dar. Rein statistisch gesehen werden von 100 Frauen mit Kinderwunsch, die regelmäßig Geschlechtsverkehr haben, 85-90 innerhalb eines Jahres schwanger.
  
Um schwanger zu werden, ist der günstigste Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr um den Eisprung der Frau herum, das heißt zur Zyklusmitte. Bei einem regelmäßigen 28-Tageszyklus hat die Frau am 14. Tag nach dem ersten Tag der letzten Regel ihren Eisprung. Um den genauen Zeitpunkt herauszufinden, kann man sich die sog. Basaltemperatur zunutze machen. Hierfür misst die Frau jeden Morgen vor dem Aufstehen nach einer mind. 6-stündigen Schlafphase ihre Körperkerntemperatur entweder unter der Zunge oder im After und trägt diese Werte in ein Diagramm ein. Vor dem Eisprung liegt der Wert bei etwa 36,5°C - 36,8°C. Sobald der Eisprung erfolgt ist, steigt die Temperatur auf ca. 37,0°C - 37,3°C an. Zu berücksichtigen ist immer, dass es auch andere Einflussgrößen gibt, die zu einer Temperaturerhöhung führen können, z.B.: Infektionskrankheiten, Alkoholgenuss, weniger als 6 Stunden Schlaf usw.
  
Das weibliche Ei ist meist über einen Zeitraum von 12 bis max. 24 Stunden befruchtbar. Die männlichen Spermien haben eine Überlebensdauer von 2-3 Tagen ( manchmal bis zu 5 Tagen). Daher ist der günstigste Kohabitationszeitpunkt ca. 1-2 Tage vor dem Eisprung. Auf diese Weise können die Spermien schon bis zu den Eileitern vordringen. Dort treffen sie auf das weibliche Ei, sobald dieses den Eierstock verlassen hat.
  
Ist ein Spermium in die Eihülle eingedrungen, verändert sich diese so, dass keine weiteren Spermien eindringen können, und die erste Zellteilung beginnt.
  
Die Befruchtung des Eis findet im Eileiter statt. Von hier aus wandert das befruchtete Ei in Richtung Gebärmutter, wo es nach ca. 4 Tagen in einem Mehrzellstadium ankommt. Hier nistet sich die Frucht jetzt ein, indem sie sich zunächst breitflächig mit der Gebärmutterschleimhaut verklebt. Langsam wachsen nun sog. Zotten in Richtung der mütterlichen Blutgefäße der Gebärmutterschleimhaut. Ca. 10-11 Tage nach der Befruchtung sind diese eröffnet, und es beginnt die Ernährung der Leibesfrucht über das mütterliche Blut. Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt Gifte wie Medikamente oder Alkohol zum Embryo gelangen können. Meist stimmt dieser Zeitpunkt ungefähr mit dem Zeitpunkt der nächsten zu erwartenden, aber nun ausbleibenden Monatsblutung überein, so dass die werdende Mutter jetzt langsam merkt, dass sie schwanger ist. Daher muss sie von nun an auf Alkohol, Zigaretten oder nicht unbedingt notwendige Medikamente verzichten und gefährdet damit nicht die Entwicklung des Embryos. Ist sich eine werdende Mutter nicht sicher, ob sie ihre eventuell verordneten Medikamente weiterhin nehmen muss, sollte sie unbedingt ihren Frauenarzt um Rat fragen.

 Anzeichen einer Schwangerschaft 

Schon zu Beginn einer Schwangerschaft ändert sich im mütterlichen Organismus viel. Ausgelöst werden diese Veränderungen in erster Linie von Hormonen, die von der Leibesfrucht in der Frühschwangerschaft an das mütterliche Blut abgegeben werden.
  
Wenn eine Frau ihren Körper genau kennt, merkt sie in seltenen Fällen schon vor dem Ausbleiben der nächsten Periodenblutung, dass sich etwas in ihrem Körper verändert. Die ersten Anzeichen sind sehr vielfältig und nicht nur von Frau zu Frau unterschiedlich, sondern manchmal bei derselben Frau in verschiedenen Schwangerschaften anders.
  
Das wohl bekannteste erste Anzeichen ist die morgendliche Übelkeit, die sich meist im Laufe des Vormittages und vor allem mit fortschreitender Schwangerschaft bessert, neben der plötzlichen Unverträglichkeit verschiedener Gerüche oder Geschmacksrichtungen.
  
Viele Frauen bemerken zuerst Kreislaufstörungen in Form von Schwindel oder Ohrensausen durch Abnahme des Blutdruckes. Auch werden häufiger Harndrang und erschwerter Stuhlgang registriert, ebenso Änderungen des Appetits und vermehrter Speichelfluss. Manche Frauen entdecken besonders verstärkte oder außergewöhnlich reduzierte Hautunreinheiten. Ebenfalls ein äußerlich sichtbares Zeichen ist die Volumenzunahme der Brüste, welche häufig mit einem Spannungsgefühl einhergeht, und die verstärkte Durchblutung der Gesichtshaut (Wangenröte).
  
Auch die Basaltemperaturkurve kann Auskunft über eine Schwangerschaft geben: bleibt die Körperkerntemperatur länger als 14 Tage erhöht, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft sehr groß.
  
Häufig verspüren die Frauen verstärkt Müdigkeit oder psychische Veränderungen: sie sind oft reizbarer und emotionsgeladener. Bei den meisten Frauen fließen in einer Schwangerschaft sehr viel schneller die Tränen als sonst.
  
Es kommt häufig vor, daß Frauen in der Frühschwangerschaft einige dieser Veränderungen bemerken, sie aber nicht deuten können. Oft machen sie deshalb erst, wenn die Periodenblutung einige Tage ausbleibt, einen Schwangerschaftstest oder gehen zu ihrem Frauenarzt.
  
Die meisten Frauen sind ungefähr in der 5.-7. Schwangerschaftswoche, wenn sie zum ersten Mal zu ihrem Frauenarzt kommen. Um das rechnerische Schwangerschaftsalter bestimmen zu können, muß der Arzt den ersten Tag der letzten Regelblutung kennen. Von hier aus beginnt die Zählung, das heißt, der Tag der Befruchtung wird zunächst rein rechnerisch ermittelt. Bei einem normalen regelmäßigen 28-Tageszyklus geht man davon aus, daß der Eisprung am 14. Tag stattgefunden hat und das Ei auch an diesem Tag befruchtet wurde. An dem Tag, an dem die nächste Regelblutung nun ausbleibt (28. Zyklustag), beginnt somit die 5. Schwangerschaftswoche. Dies bedeutet, daß die ersten beiden Wochen bis zum 14. Zyklustag mitgerechnet werden, obwohl die Frau in dieser Zeit natürlich noch nicht schwanger war.
  
Kommt eine schwangere Frau nun in der 5. Schwangerschaftswoche zu ihrem Frauenarzt, wird dieser sie zur Feststellung der Schwangerschaft zunächst untersuchen. Dabei kann er einen aufgelockerten, blaßbläulich (livide) verfärbten Muttermund feststellen und eine leicht vergrößerte aufgelockerte Gebärmutter ertasten.
  
Wenn er nun eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter vornimmt, kann er meist schon eine kleine flüssigkeitsgefüllte Blase erkennen, die Fruchthöhle. Embryonale Anteile sind meist erst 1-2 Wochen später zu sehen. Dann kann man sogar schon das kleine Herzchen schlagen sehen.

 Schwangerschaftsprobleme 

Obwohl die meisten Schwangerschaften komplikationslos verlaufen, gibt es immer wieder Fälle, bei denen kleinere oder größere Probleme auftreten. Aufgrund der modernen Diagnosemöglichkeiten und der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen sind die meisten von ihnen gut therapierbar, oder sie werden so früh erkannt, daß sie gar nicht erst zu einer größeren Komplikation werden.
  
Durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft können verschiedene Regelkreise im Organismus beeinflusst werden, so dass entweder latent vorhandene Krankheiten verstärkt werden (z.B. Bluthochdruck, Diabetes usw.) bzw. Krankheiten auftreten, die nur im Rahmen einer Schwangerschaft vorkommen (Gestosen).
  
Zu den häufigsten Beschwerden in der Frühschwangerschaft gehören die Übelkeit und das Erbrechen. Dies ist zunächst als normale Begleiterscheinung zu sehen, die zwar lästig, aber weder für die Schwangere noch für das ungeborene Kind gefährlich ist. Problematisch wird es eigentlich erst, wenn die Schwangere keine oder kaum Nahrung und Flüssigkeit bei sich behalten kann. Das führt zu Wasser- und Salzverlust und zu Störungen des Stoffwechsels mit Beeinträchtigung der Leberfunktion. In diesem Fall muß die Schwangere über Infusionen ernährt werden, und zwar solange bis sie mit langsamem Kostaufbau und übelkeitsunterdrückenden Medikamenten in der Lage ist, wieder Flüssigkeit und Nahrung zu sich zu nehmen und bei sich zu behalten.
  
Relativ häufig kommt eine Blutdruckerhöhung in der Schwangerschaft vor. Bei manchen Frauen liegt schon vor der Schwangerschaft ein leicht erhöhter Blutdruck vor, der durch die Schwangerschaft verstärkt werden kann, andere Frauen bekommen einen erhöhten Blutdruck, ohne vorher damit Probleme gehabt zu haben. Leicht erhöhte Werte unter 140/90mmHg sind zunächst nicht bedenklich, müssen aber regelmäßig kontrolliert werden. Werte, die oberhalb von 140/90mmHg liegen, sind behandlungsbedürftig. Hier kommt den blutdrucksenkenden Medikamenten die größte Bedeutung zu, aber auch andere Maßnahmen, wie Vermeidung von Stress und häufige Ruhepausen während des Tages sind wichtig.
  
Kommen zu dem erhöhten Blutdruck noch erhöhte Eiweißwerte im Urin und verstärkte Wassereinlagerungen (Ödeme) hinzu, handelt es sich um die sog. Schwangerschaftsvergiftung. Diese kann je nach Ausprägung fatale Folgen haben und muss daher frühzeitig erkannt und schnellstens behandelt werden. Unbehandelt können die schlimmsten Folgen für das Kind Wachstumsretardierung und vorzeitige Plazentalösung sein. Bei der Mutter kann die Schwangerschaftsvergiftung bis hin zu Multiorganschäden mit Todesfolge führen. Diesen können epilepsieähnliche Krämpfe vorausgehen. Aufgrund der heute üblichen regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen werden die Vorstufen meist rechtzeitig erkannt, und diese Folgen sind äußerst selten geworden.
  
Eine Eiweißausscheidung ist nicht grundsätzlich gefährlich. Eiweißausscheidungen von bis zu 300 mg/24 Std. sind normal. Bei >3g/24 Std. spricht man von schwerer Eiweißausscheidungsstörung. Hinzu kommen dann schwere Wassereinlagerungen mit massiven Schwellungen an den Knöcheln, den Beinen, den Händen und im Gesicht, welche mit einer Gewichtszunahme von >1-1,5 kg/Woche einhergehen können.
  
Allerdings muß man beachten, daß manche Frauen viel Wasser einlagern können, ohne daß eine Schwangerschaftsvergiftung die Ursache ist. Manchmal kommen Schwangerschaftsvergiftungen auch ohne allzu große Wassereinlagerungen vor. Falls Sie im Zweifel sind, fragen Sie ruhig Ihren Frauenarzt.
  
Eine Sonderform der Schwangerschaftsvergiftung stellt das HELLP-Syndrom ( Hämolyse, erhöhte Leberwerte und niedrige (low) Blutplättchenwerte ) dar. Auch das HELLP-Syndrom ist eine akute Bedrohung für die Gesundheit der Mutter, Hinweise darauf werden aber ebenso bei den Vorsorgeuntersuchungen meistens frühzeitig erkannt.
  
Außer den schwangerschaftsbedingten Krankheiten gibt es gesundheitliche Beeinträchtigungen und Erkrankungen, die bedingt durch die Schwangerschaft verschlimmert werden können. Dies gilt in erster Linie für alle Krankheiten, die auf hormonelle Unstimmigkeiten zurückzuführen sind: z.B. Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Erkrankungen der Nebenschilddrüse oder der Nebenniere usw. Sind solche Neigungen vorher bekannt, müssen sie in der Schwangerschaft besonders kontrolliert und gegebenenfalls behandelt werden.
  
Viele Frauen haben vor allem zu Beginn der Schwangerschaft Kreislaufprobleme. Durch die erweiterten Blutgefäße versackt das Blut schneller in den Beinen und der Blutdruck ist niedriger. Vor allem morgens beim Aufstehen aus einer sitzenden oder liegenden Position kann das zu Schwindel, Herzklopfen oder Ohrensausen bis hin zu Ohnmacht führen. Trinkt die Schwangere vor dem Aufstehen ein Glas Wasser und steht dann langsam auf, sind die Symptome meistens nicht mehr so ausgeprägt. Ebenfalls sinnvoll sind zum einen Ruhepausen zwischendurch, zum anderen dosierte körperliche Bewegung und ausgewogene Ernährung.
  
Im letzten Schwangerschaftsdrittel kann noch eine weitere Form der Kreislaufregulationsstörung auftreten: das V.-cava-Kompressionssyndrom. Hierbei verspürt die Schwangere in Rückenlage Schwindel, Übelkeit und Herzklopfen. Ursache ist eine Unterbrechung des venösen Rückstroms des Blutes zum Herzen, da das nun schon recht schwere Kind auf den großen zurückführenden Blutgefäßen liegt und diese komprimiert. Nicht nur die Schwangere leidet darunter, sondern auch das Kind bekommt nun nicht mehr ausreichend sauerstoffreiches Blut zugeführt. Vermeiden kann die Schwangere dieses Problem, indem sie die Rückenlage komplett vermeidet und sich statt dessen auf die Seite legt.
  
In der Schwangerschaft sinkt meist der Eisenwert im Blut. Gründe dafür sind zum einen die vermehrte Wasserretention, die zu einem gewissen Verdünnungseffekt führt, zum anderen das Kind, welches zur eigenen Produktion von roten Blutkörperchen der Mutter Eisen entzieht. Bei der Vorsorgeuntersuchung wird das Körpereisen in Form von Hämoglobin gemessen, da Hämoglobin im Körper der Eisenträger ist. Meist sinkt das Hämoglobin in der Schwangerschaft auf Werte zwischen 10,5 und 12 g% ab. Sinkt er unter 10g% sollte die Schwangere ihrem Körper zusätzliches Eisen zuführen.
  
Ein nicht zu unterschätzendes Problem kann die Rhesusunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind bei rhesus-negativer Mutter und rhesus-positivem Kind sein. Problematisch wird es nur, wenn die Schwangere mit einer rhesus-negativen Blutgruppe vor oder während der Schwangerschaft Gelegenheit hatte, Antikörper gegen rhesus-positive Blutgruppenmerkmale zu entwickeln. Dies kann z.B. durch eine vorausgegangene Schwangerschaft mit einem rhesus-positivem Kind oder durch eine Bluttransfusion bei der Mutter erfolgt sein. Hat die Schwangere Antikörper gegen die rhesus-positiven Blutgruppenmerkmale des ungeboreren Kindes entwickelt, können diese die roten Blutkörperchen des Kindes zerstören, was fatale Folgen für das Kind haben kann. Um die Antikörperbildung zu verhindern, wird rhesus-negativen Schwangeren bzw. frischentbundenen Müttern ein Medikament gespritzt. Hiermit werden die rhesus-positiven Blutgruppenmerkmale, die vom kindlichen Blutkreislauf möglicherweise in den mütterlichen Blutkreislauf gelangt sind, abgefangen.
  
Ein weiteres Problem in der Schwangerschaft können bestimmte Infektionskrankheiten sein. Das gilt sowohl für manche lokalen Infektionen an den weiblichen Geschlechtsorganen als auch für manche der bekannten Kinderkrankheiten. Vor den letzteren sind die meisten Frauen geschützt, z. B. durch Impfungen, oder sie haben die Krankheiten selbst zu einem früheren Zeitpunkt einmal durchgemacht. Vor allem vor Röteln sollten Schwangere Frauen geschützt sein , weshalb in Deutschland alle Mädchen zum Anfang des geschlechtsreifen Alters gegen Röteln geimpft werden sollten, wenn sie nicht bereits an Röteln erkrankt waren. Bekommt eine schwangere Frau Röteln, können die Folgen für das ungeborene Kind massive Fehlbildungen von Herz, Hirn, Augen und Ohren sein. Auch andere Organe können betroffen sein. Aufgrund dieser möglichen Schädigungen wird im Rahmen der Schwangerenvorsorge zu Beginn der Schwangerschaft der Immunstatus der Schwangeren überprüft. Falls dieser nicht ausreichend ist, besteht die Möglichkeit, der Schwangeren bei stattgehabtem Kontakt mit einem Rötelnkranken innerhalb von 7 Tagen ein Rötelnimmunglobulin zu verabreichen, und damit den Ausbruch der Krankheit zu verhindern.
  
Auch andere Infektionskrankheiten der Schwangeren können Folgen für das Kind haben. Meist sind diese aber nicht ganz so gefährlich. Trotzdem sollten Schwangere, die bestimmte Kinderkrankheiten wie Windpocken, Ringlröteln usw. noch nicht durchgemacht haben, den Kontakt zu daran erkrankten Personen meiden.
  
Bei lokalen Infektionen der Vagina in der Schwangerschaft sind keine Missbildungen des Kindes zu erwarten. Das Problem hierbei kommt aus einer anderen Richtung: die Infektion kann vorzeitige Wehen auslösen oder in der Frühschwangerschaft zu einer Fehlgeburt führen. Möglich ist auch, daß eine Entzündung einen vorzeitigen Blasensprung auslöst, die Infektion aufsteigt, und das Kind, welches nun nicht mehr durch die Fruchtblase geschützt ist, mitinfiziert. Daher sind lokale Scheideninfektionen in der Schwangerschaft dringend zu behandeln. Eher harmlos sind Pilzinfektionen in der Schwangerschaft. Diese kommen aufgrund der veränderten Hormonlage sehr häufig vor. Trotzdem sollten auch diese behandelt werden.

 Was ist Pränatale Diagnostik ?

Die pränatale Diagnostik dient der Diagnose von fetalen Erkrankungen im Mutterleib. Uns stehen heute verschiedene Methoden zur Verfügung, um Erkrankungen des Embryos in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft zu erkennen. Man unterscheidet invasive Methoden (Fruchtwasseruntersuchung / Chorionzottenbiopsie/ Nabelschnurpunktion) von nichtinvasiven Methoden (Ultraschall / serologische Untersuchungen aus mütterlichem Blut).
  
Unter den einzelnen Punkten sollen die möglichen Untersuchungsmethoden erklärt und gegeneinander abgegrenzt werden. Alle Untersuchungen haben den Ansatz, fetale Erkrankungen zu erkennen um evtl. mögliche vor- oder nachgeburtliche Therapien zu planen oder aber bei schweren Erkrankungen den Eltern die Möglichkeit zu geben, über sonstige Konsequenzen nachzudenken.
  
Zunächst jedoch einmal zu den invasiven Methoden:
Man nennt diese invasive Methoden, da hier mit einer Punktionsnadel Gewebe oder Flüssigkeit aus der Nabelschnur, der Fruchthöhle oder dem Mutterkuchen entnommen werden muss. Diese Untersuchungen haben den Vorteil, dass die sich daraus ergebenen Befunde höchst zuverlässig sind und für die Erkennung von genetischen Erkrankungen (Down – Syndrom) oder serologischen Erkrankungen des Feten (Blutgruppenunverträglichkeit / Infektionen) die genauesten Resultate bringen. Diesem Vorteil steht als Nachteil das Risiko dieser Eingriffe gegenüber. Risiko bedeutet, dass mit einer geringen Wahrscheinlichkeit ein Kind durch diesen Eingriff verloren geht. Dabei geht es im Ultraschallzeitalter weniger um Verletzungen des Kindes als um Fehlgeburten durch Blasensprung oder Infektionen.

 

 Geburt 

Am Ende der Schwangerschaft bereitet sich der mütterliche Körper auf die Geburt vor. Der Zeitpunkt ist meistens innerhalb von 10 Tagen vor bis 10 Tagen nach dem errechneten Geburtstermin. Nur 4% der Kinder werden tatsächlich am errechneten Termin geboren.
  
Die Entscheidung, wo das Kind zur Welt kommen soll, fällt den meisten Frauen nicht leicht. Es gibt mehrere Möglichkeiten:

  1. Geburtsklinik: Der große Vorteil ist, dass Gynäkologen, Anästhesisten und Hebammen bereitstehen und alle medizinischen Möglichkeiten, einschließlich einem evtl. notwendigen Operationssaal vorhanden sind. Meistens sind die Kliniken einer Kinderklinik angeschlossen, bzw. Kinderkliniken befinden sich in der Nähe. Der Nachteil liegt darin, dass es sich um eine der Kreißenden fremden Umgebung handelt, was sich negativ auf ihre Anspannung auswirken könnte. Allerdings haben die meisten Kreißsäle heute eine sehr familiäre Atmosphäre, und von dem früher üblichen steril und kalt wirkenden Kreißsaal ist nicht mehr viel übrig. Häufig können die Frauen eine geburtbegleitende Hebamme mitbringen. Auch kann die Frau wenn, es medizinisch machbar ist, ambulant entbinden, d.h. sie kann einige Stunden nach der Geburt wieder nach Hause gehen.
  2. Geburtshaus: das Geburtshaus ist ein Kompromiss zwischen der Hausgeburt und der Geburtsklinik. Hier wird großer Wert auf familiäre Atmosphäre und Natürlichkeit gelegt. Oft gibt es Betreuungsmöglichkeiten für Geschwisterkinder, Aufenthaltsräume im Wohnzimmerstil für Kreißende und werdende Väter, und die Geburtszimmer sind sehr gemütlich eingerichtet. Meist ist ein Arzt vor Ort oder in Rufbereitschaft, und die medizinischen Möglichkeiten sind zum Teil auch vorhanden. Falls Komplikationen auftreten, werden die Kreißenden in eines der umliegenden Krankenhäuser verlegt.
  3. Hausgeburt: der Vorteil der Hausgeburt liegt im vertrauten Umfeld für die Kreißende, die sich hier vielleicht besser entspannen kann als in einer Klinik. Außerdem kann ein evtl. vorhandenes Geschwisterkind leichter betreut werden. Auch der werdende Vater hat zu Hause mehr Möglichkeiten, seiner Frau hilfreich zu sein. Es muss natürlich für eine Hebamme gesorgt sein, die die Geburt leitet. Sie muss erfahren genug sein, zu entscheiden, wann es notwendig ist, eine Klinik aufzusuchen.

Die Entscheidung , wo das Kind geboren werden soll, muss gut abgewägt werden und sollte auch mit dem Frauenarzt besprochen werden.
  
Viele Erstgebärende haben Angst, sie könnten den Geburtsbeginn verpassen und zu spät in die Klinik kommen. Doch diese Angst ist unbegründet. Die ersten Anzeichen der Geburt werden fast immer richtig interpretiert. Im Gegenteil kommt es eher gehäuft vor, dass Schwangere mit vermeindlichem Wehenbeginn viel zu früh in die Klinik kommen.
  
Meistens beginnt die Geburt damit, dass die häufig schon seit einigen Wochen von der Schwangeren verspürten sporadisch auftretenden Wehen sich jetzt in regelmäßigen Abständen wiederholen. Die Frau verspürt ein Ziehen im Bauch, was ca. 1-2 Minuten anhält und dann wieder verschwindet. Der Bauch wird dabei hart, zunächst aber noch wenig schmerzhaft. Anfangs sind die Abstände zwischen den Wehen noch groß ( ca. 10 Minuten), sie werden dann aber bald kürzer, und die Wehen werden schmerzhafter. Kommen die Wehen in einem Abstand von ca. 5 Minuten, sollte sich die Schwangere sich in die Klinik oder das Geburtshaus begeben, bzw. ihrer geburtsbegleitenden Hebamme Bescheid geben. In der Klinik wird die Schwangere zunächst an den Wehenschreiber (CTG, abgeleitet werden die Wehen und die Herztöne des Kindes) gelegt, damit beurteilt werden kann, wie regelmäßig die Wehen sind, und wie der Zustand des Kindes ist. Danach wird die Schwangere vaginal untersucht. Damit kann die Muttermundsweite und gegebenenfalls der Stand des kindlichen Kopfes beurteilt werden.
  
Im Laufe der Eröffnungsphase, die sich über mehrere Stunden hinzieht, werden die Wehen nun immer heftiger und vor allem schmerzhafter. Dieser Geburtsschmerz kann auf vielfältige Weise beeinflusst werden. Außer über die Atmung, Entspannungsübungen, Massagen durch den Partner, ein warmes Bad oder Akupunktur, können auch Medikamente eingesetzt werden, um den Geburtsschmerz erträglicher zu machen.
  
Eine Möglichkeit ist z.B., ein krampflösendes Mittel oder Schmerzmittel zu verabreichen, wobei letzteres unter Umständen plazentagängig ist, und daher nicht gegeben werden darf, wenn die Geburt des Kindes kurz bevorsteht. Das Kind könnte sonst Probleme mit dem Atemantrieb bekommen. Gute Erfahrungen sind auch mit Lokalanästhetika gemacht worden, mit denen verschiedene Nerven vorübergehend blockiert werden können.
  
Ein besonders wirksames und in der Regel komplikationsarmes Verfahren ist die sog. Periduralanästhesie (PDA). Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, kann der Mutter hierfür ein sehr dünner Schlauch zwischen die Wirbelkörper in die Nähe des Rückenmarkes geschoben werden, über den ein Lokalanästhetikum in einen die Rückenmarksscheide umgebenden Raum gespritzt werden kann. Der Geburtsschmerz lässt bei korrekter Lage innerhalb von 10 Minuten nach. Die Kreißende kann sich jetzt gut entspannen, manchmal sogar noch einige Zeit schlafen und sich für die anstrengende Austreibungsphase erholen. Der große Vorteil dieses Verfahrens ist, dass die Kreißende die Wehen und den Druck auf das Becken noch verspürt, sie ihr aber keine Schmerzen mehr bereiten. Da sehr heftige Wehen bei der Kreißenden Stress verursachen, welcher auf Dauer auch dem Kind sehr zu schaffen macht, trägt die PDA auch viel zum Wohlbefinden des Kindes bei. Oft verbessert sie sogar die unter den Wehen schlechter gewordenen CTG-Befunde (Herztöne des Kindes). Häufig kann der Geburtsvorgang beschleunigt werden, da die Kreißende sich entspannt und sich die Geburtswege so schneller weiten können. Über die Risiken und Nebenwirkungen dieses Verfahrens sollten Sie möglichst schon einige Zeit vor der Geburt mit Ihrem Arzt sprechen, damit Ihnen unter der Geburt die Entscheidung leichter fällt.
  
Meistens sind die Geburtswege im unteren Bereich so eng, dass sie bei Durchtritt des kindlichen Kopfes reißen können. Um zu verhindern, dass das Gewebe unkontrolliert reißt und somit schlechter verheilt, wird häufig eine sog. Episiotomie angelegt. Das bedeutet, es wird ein Schnitt entweder in Richtung des Afters oder etwas seitlich davon gesetzt, um dem kindlichen Köpfchen mehr Platz zu verschaffen. Da in der Pressphase geschnitten wird, verspürt die Frau relativ wenig davon. Hat die Frau eine liegende PDA, so wird sie überhaupt keine Schmerzen durch den Schnitt haben.
  
Egal, ob nun eine Episiotomie angelegt wurde oder ob das Gewebe von alleine gerissen ist, wird es nach der Geburt noch mit einer Naht versorgt werden müssen. Damit dies auch möglichst schmerzarm verläuft, wird wenn keine PDA liegt, ein lokales Betäubungsmittel gespritzt und anschließend genäht.
  
Die meisten Frauen wünschen sich eine möglichst natürliche Geburt, doch leider gibt es immer wieder Fälle, in denen ein Kaiserschnitt gemacht werden muss. Manchmal steht diese Entscheidung schon vor den ersten Wehen fest (z.B. bei einer Beckenendlage oder einem extrem großen Kind), manchmal muss die Entscheidung erst unter der Geburt gefällt werden, z. B. weil es dem Kind schlecht geht, wegen eines Geburtsstillstandes oder ähnlichem.
  
Zum heutigen Zeitpunkt ist eine Kaiserschnittentbindung längst kein so großes Risiko mehr, wie es das früher war. Oft werden sogar bei länger geplanten Kaiserschnittgeburten die ersten Wehen abgewartet, bzw. es werden Wehen induziert, damit das Kind sich auf die Geburt vorbereiten kann. Auch die anschließende Wundheilung stellt in der Regel kein Problem dar. In den USA werden viel mehr Frauen per Kaiserschnitt entbunden als in Deutschland. Dort ist die gängige Lehrmeinung, dass das Risiko der Schnittentbindung geringer ist als das Risiko der Frau, die auf normalem Wege entbunden hat, in späteren Jahren Beckenbodenprobleme mit all seinen Konsequenzen zu bekommen.

 Nach der Geburt 

Nach der Entbindung beginnt für die frisch gebackene Mutter ein völlig neuer Lebensabschnitt. Auch körperlich wird sich jetzt einiges wieder ändern. Schon kurz nach der Geburt von Kind und Mutterkuchen beginnt die Gebärmutter, sich zurückzubilden. Zunächst zieht sie sich unter hormonellem Einfluss immer mehr zusammen. Diesen Vorgang nennt man Nachwehen. Wenn die Mutter ihr Neugeborenes stillt, wird bei jedem Stillvorgang ein Hormon freigesetzt, welches die Nachwehen auslöst, weshalb die Mutter vor allem beim Stillen diese schmerzhaft verspürt. Nach einem Tag kann man die Gebärmutter schon etwas oberhalb des Bauchnabels tasten.
  
Die Rückbildung der durch die Schwangerschaft hervorgerufenen Veränderungen können mit Rückbildungsgymnastik sehr gut beeinflusst werden. Auch evtl. folgenden Beckenbodenprobleme wie Senkungen und Inkontinenz kann auf diese Weise vorgebeugt werden. Entsprechende Rückbildungskurse werden von vieler Seite angeboten und oft von der Krankenkasse bezahlt.
  
4-6 Wochen nach der Entbindung sollte die Frau nochmals ihren Frauenarzt aufsuchen. Er wird sie untersuchen und die Rückbildungsvorgänge sowie den Zustand der Brüste beurteilen. Letzteres ist sowohl wichtig, wenn die junge Mutter stillt, als auch dann, wenn sie abgestillt hat. Sicher haben die meisten Frauen noch viele Fragen, z. B. zum Stillen, zur Verhütung nach der Entbindung oder in der Stillzeit usw., die der Frauenarzt ihr bei dieser Gelegenheit beantworten kann.
  
Hat sich die Frau für eine Geburt in der Klinik mit stationärem Aufenthalt entschieden, kann sie zumindest in den ersten Tagen noch einen Teil der Verantwortung abgeben. In den meisten Kliniken ist heutzutage das "rooming-in" üblich. Das bedeutet, dass die Mütter ihr Kind bei sich im Zimmer haben können, soviel sie wollen. Sie sind für das Füttern und die Pflege ihres Kindes zuständig, können aber jederzeit im Säuglingszimmer bei den Kinderschwestern um Hilfe bitten oder ihre Kinder für einige Zeit oder über Nacht dort abgeben. Die Kinderschwestern können meist gute Tipps zur Säuglingspflege oder bei Still- oder Fütterungsproblemen geben.
  
Auch werden die erste kinderärztliche Untersuchung und die dringend benötigten Stoffwechseltests bei den Neugeborenen noch in der Krankenhausaufenthaltszeit durchgeführt.
  
Entbindet eine Frau zu Hause oder ambulant in einer Klinik oder im Geburtshaus, muß sie sich rechtzeitig um eine Hebamme kümmern, die in den ersten 10 Tagen nach der Entbindung regelmäßig zu ihr nach Hause kommt und die Entwicklung von Mutter und Kind überwacht. Sie kann häufig auch die Stoffwechseltests durchführen. Für die erste kinderärztliche Vorsorgeuntersuchung muss die Mutter selbst einen Termin bei einem Kinderarzt machen. Diese Untersuchung soll zwischen dem 3. und dem 10. Lebenstag durchgeführt werden.
  
Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine junge Mutter zu treffen hat, ist, ob sie ihr Kind stillen will oder nicht. Stillen ist nach wie vor die beste Ernährung für ein Baby. Über die Muttermilch bekommt der Säugling alle notwendigen Nährstoffe in gut verdaulicher Form und bestens auf den jeweiligen Bedarf des Babys abgestimmt. Muttermilch ist immer verfügbar, immer frisch und immer richtig temperiert. Die Eiweiße in der Muttermilch sind gut verdaulich, so dass Muttermilch die beste Möglichkeit ist, Allergien bei den Kindern vorzubeugen. Vor allem aber bekommen die Babys über die Muttermilch Abwehrstoffe gegen Krankheiten, die die Mutter bereits durchgemacht hat, und sind so während der Stillperiode besser vor Infektionskrankheiten geschützt. Nicht zu vergessen ist auch der enge körperliche Kontakt zwischen Mutter und Kind beim Stillen, der sehr wichtig für die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes ist und das Mutter-Kind-Verhältnis fördert.
  
Trotzdem gibt es auch viele Gründe, warum manche Mütter ihr Kind nicht stillen wollen: Viele haben Angst vor der Abhängigkeit, die sie dann auf lange Zeit fast unzertrennlich mit ihrem Kind verbindet. Für diesen Fall gibt es eine ganz einfache Lösung: Eine Milchpumpe kann mehr Freiheit bedeuten. Die Milch kann abgepumpt und im Kühlschrank bis zu 24 Stunden bzw. im Tiefkühlfach mehrere Wochen aufbewahrt werden.
  
Eine weitere Stillhemmung ist die Sorge, das Kind könnte nicht satt werden, oder das Stillen könnte aus einem anderen Grund nicht klappen. Hier hilft nur ausprobieren und nicht sofort aufgeben! Wenn das Kind ca. 5 nasse Windeln am Tag hat und regelmäßig an Gewicht zulegt, bekommt es genug Milch.
 
Es gibt sicherlich noch mehr Gründe, ein Kind nicht zu stillen. Die Entscheidung sollte jede Frau für sich selber treffen und sich nicht verunsichern lassen. Die Flaschennahrung hat heute auch viele Vorteile, so dass eine Frau kein schlechtes Gewissen haben sollte, wenn sie sich gegen das Stillen entscheidet.
  
Das Stillen kann auch Probleme mit sich bringen. Eines davon ist der Milchstau. Ca. 3-5 Tage nach der Entbindung bemerkt die junge Mutter ein starkes Spannungsgefühl und eine Größenzunahme der Brüste. Bisher floss aus der Brust nur das Kolostrum (Vormilch), welches sehr dünnflüssig und nährstoff- und antikörperhaltig ist, aber nur in geringer Menge vorhanden ist. Jetzt ist die Milch eingeschossen, und das Baby kann größere Mengen trinken. Die Brust wird sich nun dem Bedarf des Babys anpassen und im Normalfall genau so viel Milch produzieren, wie das Baby braucht. Manchmal trinkt das Baby aber plötzlich weniger, so dass zuviel Milch vorhanden ist. In dem Fall kann es zu einem Milchstau kommen. Die Brust ist dann prallgefüllt, fühlt sich hart und knotig an und ist sehr schmerzhaft. Die Frau kann sich helfen, indem sie das Kind öfter anlegt. Ein Teil der Milch lässt sich meist auch ausstreichen, am besten unter einer warmen Dusche. Kühlende Umschläge zum Beispiel mit Quarkpackungen sind ebenfalls hilfreich, ebenso wie Salbeitee, dessen Wirkstoffe die Milchproduktion etwas einschränken. Wenn jetzt noch Fieber hinzukommt , muss die Stillende unbedingt ihren Frauenarzt aufsuchen, damit eine Brustentzündung verhindert, bzw, behandelt werden kann.